Kurt-Ludwig Forg

Repertoire und Spielphilosophie


 

Das Repertoire von Kurt-Ludwig Forg umfasst Werke aller Stilepochen, angefangen bei der Orgelmusik der Gotik bis hin zu zeitgenössischer Musik, was zahlreiche Uraufführungen belegen. Das gesamte Orgelwerk Bachs, die Hauptwerke der französischen und deutschen Romantik, zahlreiche - z.T. selbst erstellte - Orgeltranskriptionen, amerikanische Literatur, aber auch selten gespielte Musik aller Stilrichtungen ist stets für das Publikum eine Entdeckungsreise durch das Reich der Orgelliteratur. Die ausgewogene und bei allem Anspruch "publikumsfreundliche" Konzeption der Konzertprogramme und Tonträgereinspielungen garantiert ein Konzerterlebnis, das auch Musikliebhaber, die dem königlichen Instrument nicht sehr nahe stehen, zur weiteren Beschäftigung mit der Orgel und zu weiteren Konzertbesuchen motiviert.


 

Jedes Programm ist individuell auf die jeweilige Orgel abgestimmt, die Grenzen und die Stilistik des Instrumentes voll auslotend, aber niemals überschreitend. In intensiver Beschäftigung mit historischen Aufführungspraktiken ist K.L.F. zu einem Interpretationsstil gelangt, der zunächst die Belange des Instrumentariums und der Akustik des Raumes berücksichtigt, um dann unter dem Rückgriff auf detaillierte historische Kenntnisse zu jeweils neuen, immer wieder variablen Interpretationsansätzen zu gelangen. So werden Orgel und Raum, Werk und Interpretation immer wieder aufs Neue in jedem Konzert "lebendig" zu einer Einheit verschmolzen . Abseits von vordergründig intellektuellen Ansätzen, die oftmals keine eigene Auseinandersetzung mit den vielfältigen Ansprüchen des Orgelspiels widerspiegeln, wird so die jeweilige Orgel von ihrer besten Seite dargestellt, niemals klanglich und technisch überfordert, wodurch auch die eingespielte Musik am Besten zur Geltung kommt. Das innere und das äußere Ohr - und damit ein ausgeprägter Sinn für Klangfarben - ist wichtiger als die dogmatische Befolgung von Registriervorschriften, deren Kenntnis zwar immens wichtig ist, für ein optimales klangliches und interpretatorisches Resultat allerdings nur ein Anhaltspunkt sein kann.

 

Damit ist auch das künstlerische Credo von Kurt-Ludwig Forg formuliert:

„Nur wenige Orgeln sind absolut schlecht –

 es liegt an der Kunst des Organisten, nur die guten Seiten darzustellen.“